Der pflanzliche Süßstoff ist erst seit Dezember '11 als Lebensmittelzusatzstoff (bzw. die Verarbeitung von Steviolglycosid, dem Süßstoff der Pflanze) in der EU und somit auch in Deutschland zugelassen und der Markt an Produkten mit Stevia boomt mehr und mehr.
Die Langzeitfolgen des Genusses (?) von Stevia sind noch ungeklärt, man munkelt über einige negative Folgen, aber die "Nebenwirkungen" der bekannten chemischen Süßstoffe sind auch nicht zu verachten und die Zeit kann erst zeigen, was Stevia wirklich kann (oder eben nicht). Erstmal ist es für mich eine natürliche Alternative und somit schon recht attraktiv.
Allerdings bietet der Markt jetzt schon diverse Mogelpackungen. Wo Stevia drauf steht sind zwar immer Steviolglycoside drin, aber in so manch einem Produkt sind dennoch die chemischen Süßstoffe und / oder Zucker in irgendeiner Form. Da Stevia ja aber mindestens (!) 30 mal süßer ist als Zucker, muss es aber auch mit Bedacht dosiert werden. Trotzdem täuschen viele Etiketten natürlich auch hier den Verbraucher.
Wie dem auch sei. Ich bin - wie bereits gesagt - Stevia gegenüber nicht abgeneigt. Fritz Kola mit Stevia war ein interessantes Geschmackserlebnis, blieb aber mein erster und einziger Versuch in diese Richtung.
Bis ich durch die brandnooz Box April und die Testladies in den Genuss der neuen fruchtigen Pulmoll-Sorten mit Stevia kam.
Durch alle Sorten habe ich mich noch nicht probiert, aber die Sorten die ich probiert habe waren lecker fruchtig, erfrischend und keinesfalls "nur" Hustenbonbons die eher etwas für Herbst und Winter sind. Geschmacklich konnte ich keinen Unterschied zu den bisherigen Fruchtvarianten feststellen und daher auch nicht den bitteren Nachgeschmack, der typisch für Stevia ist.
ABER schauen wir doch mal unter die Dosen, hier exemplarisch unter die "Hals-Fee" (Himbeer mit Echinacea)
[Ein Klick auf die Bilder macht sie größer!]
Zuerst stellen wir fest, dass der eigentliche Aufdruck der Dosen überklebt wurde. Auf den Deckel ist das grüne Blatt auch nur aufgeklebt.
War es einfach nur kostensparender die Zutaten zu überkleben und somit die noch vorhandenen Dosen nutzen zu können? Ich gehe davon aus, denn es muss ja Stevia enthalten sein, sonst dürfte Pulmoll bzw. Kalfany damit ja nicht werben und es in der Zutatenliste aufführen. Oder???
Stevia ist hier also "nur mal durchgerannt" und scheint mir lediglich als Werbemittel eingesetzt zu werden. Oder ist es wirklich so viel süßer als die bisherigen verwendeten Süßstoffe (Aspartam und Acesulfam K)?
Im Internet lassen sich leicht die Nährwerte der Varianten ohne Stevia finden. Und der Vergleich zeigt: Da hat sich nichts geändert! Klar, so (fast) ohne Stevia ... Allerdings ist die BE-Angabe auf der Strecke geblieben. Ich kenne die aktuelle rechtliche Lage nicht, aber ich fand das nicht unsinnvoll für Diabetiker (und war, als ich Diabetiker betreut habe, immer sehr dankbar für diese Angabe).
Und was halte ich nun davon???
Die Bonbons sind so lecker wie eh und je. Aber wo Stevia da nun drin steckt ist mir ein Rätsel.
Man muss sich allerdings auch vor Augen führen, dass Stevia sehr (!) teuer ist und Pullmoll / Kalfany auch die Preise anheben müsste, wenn mehr Stevia drin stecken würde. Oder haben sie das etwa schon getan? Ich habe leider noch keinen vorher-nachher-Vergleich der Preise gemacht, werde aber in den Geschäften mal drauf achten. Aber vielleicht kann Pullmoll bei FB da ja auch weiterhelfen?
Jedem das seine. Ich lutsche die Bonbons weiterhin, weil sie lecker sind. Kalorien spare ich damit nicht, aber ich kann auf die "doofen" Süßstoffe verzichten. Immerhin ...



Ich habe zwar keine Ahnung, inwieweit hier nur mit Stevia geworben wird oder nicht, allerdings habe ich mal einen Kuchen mit reinem Steviapulver gebacken und in den gesamten Kuchen kam nur ein gestrichener Teelöffel Steviapulver. Wenn man das mit den Zuckermengen vergleicht, die sonst im Kuchen landen, ist es vielleicht verständlicher, dass in den Bonbons nur ein geringer Steviaanteil enthalten ist. Das Zeug ist pur wirklich schon unangenehm süß. Aber wie gesagt, dass ist nur eine Vermutung meinerseits.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Ich habe gestern auch meinen Beitrag über die Pulmoll-Bonbons veröffentlicht und habe im Vorfeld dafür ziemlich viel gegoogelt, um etwas mehr über Stevia schreiben zu können.
AntwortenLöschenDabei habe ich heraus gefunden, das Stevia 300mal süßer ist als Kristallzucker. Also darf ja auch eigentlich gar nicht mehr in den Bonbons drin sein, als diese "Mini-Mengen" von 0,1-0,4%.
Was das mit den überklebten Dosen auf sich hat, weiß ich nicht. Aber ich denke auch mal, das es darum ging, vorhandene Dosen erstmal auf zu gebrauchen. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, das Pulmoll Mogelpackungen heraus bringen würde (aber das werden wir eh nie wirklich erfahren)!
LG Andrea
Hallo Frau Rike,
AntwortenLöschenvielen Dank, dass Sie unser Produkt auch kritisch hinterfragen und wir somit öffentlich Ihre offenen Fragen beantworten können. Fangen wir doch direkt mit der ersten Frage an:
1.) "Zuerst stellen wir fest, dass der eigentliche Aufdruck der Dosen überklebt wurde. Auf den Deckel ist das grüne Blatt auch nur aufgeklebt. War es einfach nur kostensparender die Zutaten zu überkleben und somit die noch vorhandenen Dosen nutzen zu können? Ich gehe davon aus, denn es muss ja Stevia enthalten sein, sonst dürfte Pulmoll bzw. Kalfany damit ja nicht werben und es in der Zutatenliste aufführen. Oder???"
Sie haben bereits die richtige Vermutung ausgesprochen. Wir haben aus Gründen der Nachhaltigkeit die bereits produzierten Dosen mit den neuen Deklarationen und Steviainfoblättern versehen, da wir sonst alle Dosen hätten entsorgen müssen. Der Gesetzgeber erlaubt diesbezüglich auch eine entsprechende Etikettierung, wenn diese auch dem Inhalt der Dose entspricht. Das grüne Steviainfoblatt ist lediglich eine Information für den Kunden über den neu zugelassenen Süßstoff Steviolglycoside aus der Steviapflanze und wird voraussichtlich noch die nächsten 6 – 12 Monate auf den Dosen angebracht bleiben. Anschließend wird es keine Informationsblätter mehr aufgeklebt geben. Haben Sie keine Sorge: Wo bei Pulmoll Stevia draufsteht ist auch Stevia drin.
2.) "Ein noch genauerer Blick erklärt, warum man Stevia nicht herausschmeckt: Es sind weit weniger als 0,4% enthalten. Die Sorte Kirsche enthält sogar weniger als 0,1%, was die Schlussfolgerung nahelegt, dass bei den anderen Sorten auch nicht mehr drin ist. Stevia ist hier also "nur mal durchgerannt" und scheint mir lediglich als Werbemittel eingesetzt zu werden. Oder ist es wirklich so viel süßer als die bisherigen verwendeten Süßstoffe (Aspartam und Acesulfam K)?"
Wäre Stevia lediglich 30-mal so süß wie Zucker, wäre die angegebene Dosierung auch unserer Ansicht nach zu hinterfragen. Da Stevia jedoch eine bis zu 300-mal stärkere Süßkraft hat wie Zucker, richtet sich die Höhe der Zugabe des Süßstoffes Steviolglycoside allein nach geschmacklichen Gesichtspunkten und soll dem Produkt einen angenehmen, harmonisch auf die anderen Inhaltstoffe abgestimmten, süßen Geschmack verleihen und es ist auch nicht ratsam noch größere Mengen einzusetzen. Die Süßkraft entspricht in etwa der Süßkraft von Aspartam und Acesulfam K, jedoch ist die geschmackliche Süße der Steviolglycoside eine andere wie die von Aspartam und Acesulfam K. Da Sie am Ende Ihres Blogs schreiben: "Die Bonbons sind so lecker wie eh und je." scheint es uns, als wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind und es uns gelungen ist Stevia ohne die dafür bekannte bittere Geschmacksnote als natürlichen Zuckerersatz einzusetzen.
Fortsetzung...
AntwortenLöschen3.) "Im Internet lassen sich leicht die Nährwerte der Varianten ohne Stevia finden. Und der Vergleich zeigt: Da hat sich nichts geändert! Klar, so (fast) ohne Stevia ... Allerdings ist die BE-Angabe auf der Strecke geblieben. Ich kenne die aktuelle rechtliche Lage nicht, aber ich fand das nicht unsinnvoll für Diabetiker (und war, als ich Diabetiker betreut habe, immer sehr dankbar für diese Angabe)."
Zur rechtlichen Lage zitiere ich Ihnen gerne einen Auszug aus Wikipedia:
„Verordnung über diätetische Lebensmittel“
Am 24. September 2010 beschloss der Bundesrat auf Vorschlag des Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz (AV) sowie des Gesundheitsausschusses (G) und entsprechend der Empfehlungen der Fachgesellschaften (z. B. der DGE)[2] und des BfR (Bundesinstitut für Risikobewertung), "die spezifischen Anforderungen an Diabetiker-Lebensmittel [zu] streichen und die Diätverordnung den gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben an[zu]passen."[3][4] Damit muss, mit einer Übergangsfrist bis 2012, die Produktion von Lebensmitteln mit dem Hinweis 'Für Diabetiker geeignet' für den deutschen Markt eingestellt werden.[5] Da es sich bei Diabetes mellitus nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstanddabei nicht um eine reine "Zuckerkrankheit" handelt, sondern auch der Eiweiß- und Fettstoffwechsel betroffen ist, kann für Zuckeraustauschstoffe kein Nutzen nachgewiesen werden. Somit gelten für Diabetes-Kranke die gleichen Ernährungsempfehlungen wie für die Allgemeinbevölkerung.[6] Hinweise auf Diät-Lebensmitteln, dass diese für Diabetiker sorglos zu genießen wären, seien demnach irreführend.
Gleichzeitig wurde die in diesem Gesetz definierte Broteinheit (BE) abgeschafft.“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_%C3%BCber_di%C3%A4tetische_Lebensmittel
Weitere Quellen zum Thema:
- [3] 874. Plenarsitzung des Bundesrates - Tagesordnungspunkt 57: Sechzehnte Verordnung zur Änderung der Diätverordnung, bundesrat.de, 21. September 2010
- [4]Verordnung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Sechzehnte Verordnung zur Änderung der Diätverordnung, bundesrat.de, 9. August 2010
- [5] Änderung der Diätverordnung - Diabetiker-Lebensmittel sollen verschwinden, rp-online.de, 23. September 2010
- [6]Diätverordnung Schluss mit Diabetiker-Pralinen & Co., br-online.de, 29. September 2010
Sie sehen somit, dass es uns rechtlich nicht gestattet ist, die Nährwerte auszuloben. Hinzuzufügen ist, dass Süßstoffe jedoch generell keinen nennenswerten Nährwert haben – er liegt praktisch bei 0!
4.) "Und was halte ich nun davon??? Die Bonbons sind so lecker wie eh und je. Aber wo Stevia da nun drin steckt ist mir ein Rätsel. Man muss sich allerdings auch vor Augen führen, dass Stevia sehr (!) teuer ist und Pullmoll / Kalfany auch die Preise anheben müsste, wenn mehr Stevia drin stecken würde. Oder haben sie das etwa schon getan? Ich habe leider noch keinen vorher-nachher-Vergleich der Preise gemacht, werde aber in den Geschäften mal drauf achten. Aber vielleicht kann Pullmoll bei FB da ja auch weiterhelfen?"
Sie haben vollkommen recht, das Stevia teurer ist als Aspartam und Acesulfam-K. Wie wir jedoch bereits auf unserer Facebookseite www.facebook.com/pulmoll am 16. Mai auf eine ähnliche Frage gepostet haben, gibt es bei uns trotz der Umstellung keine Preiserhöhung der zuckerfreien Pulmoll.
Das gesamte Pulmoll-Team bedankt sich für Ihre Fragen, sowie das Interesse an unseren Produkten und wir hoffen, dass wir Ihnen zufriedenstellende Antworten geben konnten.
Viele Grüße aus Müllheim bei Freiburg
Da hat sich im zweiten Teil der Antwort das Fehlerteufelchen eingeschlichen.
AntwortenLöschenEs soll natürlich bei Punkt 3.) am Ende heißen: "Sie sehen somit, dass es uns rechtlich nicht gestattet ist, die Broteinheiten (BE) auszuloben."
Wir haben auch testen dürfen. Dabei war unsere Tochter gar nicht begeistert - ich dafür um so mehr. Die Geschmäcker sind nunmal verschieden.
AntwortenLöschenVielen Dank an Pulmoll für die Beantwortung der Fragen. Dadurch habe ich ähnliche in meinem Artikel gleich weglassen können ;)
LG
Kerstin